Krimi-Check "Tatort: Krumme Hunde"

Wiederholung des 13. Falls der Münsteraner

Mit dem "Tatort: Krumme Hunde" lieferten Boerne und Thiel 2008 nahezu einen Klassiker des Krimiklamauks

Hat Prof. Boerne (Jan-Josef Liefers) noch den Durchblick?

Deutsche Dogge am Tatort

Darum geht’s:
Ein Mann wird mit Einstichwunden am Rücken halbnackt in einer Baugrube gefunden, sein Gesicht wurde durch Säure zerstört. Am Tatort: Eine deutsche Dogge, die Rechtsmedizinerin Haller (ChrisTine Urspruch) bis an die Augenbraue reicht und auf den Namen Wotan hört. 

Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) gelingt es mithilfe des Computers, das Gesicht des Opfers wiederherzustellen und – oh Schreck – der Mensch sieht aus wie Boerne selbst. Bei dem Toten handelt es sich um den Privatdetektiv Peter Mang. Mangs letzte geschossenen Fotos zeigen den Industriellen Markus Rummel (Alexander Beyer) und dessen Assistentin Christine Schauer (Nadeshda Brennicke). Zum Unmut von Thiel (Axel Prahl) ermittelt Prof. Boerne wieder mal auf eigene Faust. Die auffällige Tätowierung des Toten führt ihn in ein einschlägig bekanntes Tattoo-Studio. Hier trifft er auf den Weißrussen Jan Sievic –  und dessen Kampfhund ...   

Die zwei Stooges und ihre Familie

Die Kommissare:
… liefern sich die üblichen Wortgefechte, gehen sich wie üblich auf den Zwirn und bekommen dabei reichlich familiäre Unterstützung: Zu "Besuch" kommen Boernes Onkel Rudolf, seine Cousine Henriette und ein – vermeintlicher – Halbbruder. Außerdem wird Thiel von seinem Vater mit einer "Stiefmutter" aus Indien konfrontiert. Ein bisschen viel Personal für einen Krimi. 

Horror-Tattoos und Kommissar Zufall

Realitätscheck: 
Rechtsmedizinerin "Alberich" findet in Wotans Häufchen ein wichtiges Beweisstück, ein anderes liegt in seinem Fresschen. Das Opfer könnte ein Verwandter von Boerne sein. Und ein Tattoo im Nacken des Toten, das so schlecht ist, dass es die "Tattoo-Retter" bei sixx sofort überstechen würden, führt Boerne schnurstracks zu einem bekannten Tätowierer. Ach ja: Eine Tatverdächtige kann ohne Pin-Nummer mal eben Thiels Mailbox löschen. Kommissar Zufall leistet sich in "Krumme Hunde" ein paar krumme Touren zu viel. Flop!

Bester Spruch:
Kalauer sind im Münsteraner "Tatort" keine Mangelware. Diesmal besonders gelungen: Boernes Kommentar zu dem Umstand, dass seine Assistentin den tierischen Mordzeugen in Pflege nimmt: "Wotan und Alberich – bin ich denn in Bayreuth?"

Väter der Klamotte

Einschalten oder abschalten?
Bei der Premiere 2008 schalteten gerade mal 7,85 Mio. Zuschauer ein – das war der zweitschlechteste Wert, den die Münsteraner jemals eingefahren haben. Die letzten 10 Fälle für Thiel und Boerne wollten immer mindestens 12 Millionen sehen, die letzte neue Folge, "Fangschuss", lockte im April sogar 14,56 Mio. vor den Schirm. 

Das dynamische Duo hat also eine treue, stetig wachsende Fan-Gemeinde, die den Mix aus Krimi und Klamotte zu schätzen weiß. Die wird auch Spaß an der Wiederholung haben. Wer im Sommerloch mal vorsichtig ausprobieren will, ob er sich mit den Blödel-Cops anfreunden kann, für den ist "Krumme Hunde" vielleicht eine Nummer zu wirr. Obendrein merkt man dem Film sein Alter an. Es gibt sehr viel bessere Fälle aus Münster. Also eher abschalten!

Autor: Martina Borgschulze

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