Krimi-Check: So ist der Kino-"Tatort" von Til Schweiger "Tschiller: Off Duty"

Alles andere als langweilig: Schweigers Baller-Ballade

König Fußball hat spielfrei. Warum also nicht völlig vorurteilsfrei einen "Tatort"-Actionkracher mit Til Schweiger anschauen? Und dabei Spaß haben ...

Nick Tschiller (Til Schweiger) auf Baller-Mission in Istanbul und Moskau.

Showdown zwischen Tschiller und seinem Erzfeind

Darum geht’s:

Im Kino-Tatort "Tschiller: Off Duty" (zu deutsch: "außer Dienst") wird die Story von Nick Tschiller und seinem Erzfeind Firat Astan (Erdal Yildiz) fortgeschrieben. Die vorherigen "Tatort"-Folgen muss man nicht gesehen haben, um den Durchblick zu bewahren.

Nach zahlreichen Alleingängen wird LKA-Ermittler Nick Tschiller für eine Weile außer Dienst gesetzt. Zeit, sich endlich um Tochter Lenny (Luna Schweiger) zu kümmern. Doch die verschwindet plötzlich spurlos. Der Teenager will auf eigene Faust den Tod der Mutter rächen. Gleichzeitig kann Firat Astan aus dem türkischen Knast entkommen. Nick eilt nach Istanbul. Dort erfährt er, dass seine Tochter in die Fänge russischer Gangster geraten ist. Für Nick gelten fortan keine Regeln mehr. Mit seinem Partner Yalcin (Fahri Yardim) nimmt er die Verfolgung auf, und räumt jeden aus dem Weg, der sich ihm entgegenstellt …


Die Kommissare:

Einschalten oder abschalten:

"Wenn ich den fertigen Film jetzt anschaue, dann bin ich selbst beeindruckt von seiner Wucht", zitierte die "Bild"-Zeitung Regisseur und Hauptdarsteller Til Schweiger vor dem Start von "Tschiller – Off Duty". Das Kinopublikum war weniger beeindruckt. Der Streifen floppte gnadenlos. Was nicht zuletzt an der selbst für Schweiger-Film-Fans zu dick aufgetragenen Story lag: Töchterchen Luna Schweiger als Rächerin und Entführungsopfer. Dazu die Themen Organhandel, Zwangsprostitution und die Implantation einer Bombe in einen menschlichen Körper. 

Eines ist dieser "Tatort" aber ganz sicher nicht: langweilig. Stattdessen gibt es coole Sprüche und gut gemachte Action. Überzeugender sprintete auch ein Jason Bourne auf der Suche nach seiner Identität nicht durch die Kulissen. Und Schweigers kühnen Stunt mit Mähdrescher auf dem Roten Platz hat man so auch noch nirgendwo gesehen. Alles andere als Laufen, Kloppen und Ballern von ihm zu erwarten, wäre schließlich so, als verlange man von einem überzeugten Vegetarier, dass er ein Schnitzel isst. Also am Sonntag ruhig Einschalten, Hirn aus, Adrenalin-Zufuhr an!

Erstausstrahlung: 8.7.2018, 20.15 Uhr, Das Erste. 

Wie brutal ist "Tschiller: Off Duty"?

6.7.2018, 10.26 Uhr

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